Neujahrsvorsätze Gesundheit
Neujahrsvorsätze sollen gesund machen. Doch oft machen sie krank.
Ein paar Gedanken, die mich seit Jahren jeden Januar begleiten
Das Problem mit den Neujahrs-Abnehm-Vorsätzen
Jeden Januar sind die Fitnessstudios voll.
Menschen kommen hochmotiviert, um die Weihnachtskilos loszuwerden – 4 kg, 6 kg, vielleicht sogar 10 oder mehr. Sie wollen etwas Gutes für sich tun. Und trotzdem sehe ich immer wieder, dass sich die meisten von ihnen dabei eher schaden als helfen.
Die meisten wissen nicht, wie man die Geräte richtig benutzt.
Die meisten kennen die korrekte Ausführung der Übungen nicht.
Die meisten trainieren zu viel und zu schnell, weil sie schnelle Resultate wollen.
Nach ein paar Wochen oder Monaten passiert dann oft das Gleiche:
ein schmerzendes Knie, Rückenschmerzen, eine Schulter, die sich kaum noch bewegen lässt.
Die Motivation verschwindet – die Schmerzen bleiben. Und die Mitgliedschaft im Fitnessstudio wird zu einer weiteren Erinnerung an einen gescheiterten Vorsatz.
Abnehmen ist in meiner Welt kein echtes Ziel
„Ich will 5 Kilo abnehmen.“
Das klingt wie ein Ziel, ist aber eigentlich nur ein Ergebnis – kein Prozess.
Sobald die Kilos weg sind, ist auch das Ziel weg. Und sehr oft kommen sie still und leise wieder zurück.
Die bessere Frage lautet:
Wie möchte ich langfristig leben?
Statt nur auf die Zahl auf der Waage zu schauen, könnten die eigentlichen Ziele sein:
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Ich will gut für meinen Körper sorgen.
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Ich möchte mich schmerzfrei bewegen können.
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Ich möchte mich mit 50, 60 oder 70 noch stark und lebendig fühlen.
Starte dort, wo du gerade stehst – nicht dort, wo du glaubst stehen zu müssen
Nicht jeder sollte sofort ins Fitnessstudio gehen.
Viele brauchen am Anfang keine Gewichte oder Maschinen, sondern einfach Bewegung:
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tägliche Spaziergänge
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Nordic Walking
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sanfte Mobilisationsübungen
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kleine Veränderungen in der Ernährung
Das ist kein „weniger tun“, sondern genau das, was der Körper im Moment braucht.
Gesundheit entsteht langsam. Still. Und durch Kontinuität.
Wähle Nachhaltigkeit statt Geschwindigkeit
Es ist nichts falsch daran, abnehmen zu wollen.
Gefährlich wird es erst, wenn man es zu schnell will – ohne Wissen, ohne Geduld und ohne auf den eigenen Körper zu hören.
Statt zu fragen:
„Wie schnell kann ich meinen Körper verändern?“
frage dich lieber:
„Wie kann ich gut für ihn sorgen – ein Leben lang?“
Das sind Vorsätze, die nicht im Februar enden.
Wie gehst du mit Neujahrsvorsätzen um – eher kurzfristig oder langfristig?

Michael Strobl